Liebe Abiturient*innen,

liebe Lehrer*innen,

liebe Familien,

es ist seit langem Tradition am Grabbe-Gymnasium, dass eine Gruppe aus Schülerinnen und Schülern der Q2 den Abiturgottesdienst plant und gestaltet. Auch wir vom Komitee haben uns mehrfach zusammengesetzt, um ein Thema auszuwählen, ein Anspiel zu verfassen und uns den Ablauf zu überlegen. Geplant war ein Gottesdienst für und mit Euch.

Leider betreffen die Auswirkungen des Corona-Virus auch die Durchführung unseres Gottesdienstes, sodass wir uns entschieden haben Euch mit diesem Flyer eine Art „Gottesdienst to go“ mitzugeben.

abgedruckt ist eine Art Ablauf, sodass, wer mag, den Gottesdienst einfach zu Hause im kleinen Kreise feiern kann. Neben den abgedruckten Texten findet ihr auch QR-Codes für die Lieder und für einige eingesprochene Sequenzen.

Zuletzt möchten wir uns ganz herzlich für die Unterstützung von Frau Nowak und Pfarrerin Mareike Lesemann bedanken und wünschen Euch einen schönen „Gottesdienst to go“ mit unseren Gedanken zum Thema „Segel setzen“.

Lied: 10.000 reasons

Guter Gott,

mit all den frustrierenden, anstrengenden aber auch frohen Erlebnissen der letzten Wochen blicken wir nun auf unsere Schulzeit zurück.
Einiges ist dabei, besonders in den letzten Monaten, anders gelaufen als wir uns erhofft hatten.
Die vielen gemeinsamen Ereignisse während unserer Schulzeit haben uns aber auch zusammengeschweißt.
Wir danken dir, dass du uns auf diesem Weg begleitet hast, für uns da warst und uns die nötige Ausdauer gegeben hast.
Lass uns nun zur Ruhe kommen und bei dir ankommen, damit wir im Vertrauen auf dich unsere Segel setzen und Neues wagen können.
Darum bitten wir dich,
Amen.

"Die Segel setzen"

A Heute kriegen wir endlich unsere Abiturzeugnisse. An die eine Klausur muss ich immer noch denken. Aber ich bin echt froh, dasss das endlich vorbei ist. Jetzt gilt für mich erstmal: etwas Neues anfangen!
B Ja, ich bin auch wirklich froh das es geschafft ist. 12 Jahre waren wirklich lang genug. Aber warum weg? hier ist es doch auch ganz gut. Ich fühle mich sicher und kenne viele. Dieses ungewisse Neue ist mir zu riskant.
A Klar, braucht es Mut, das Alte hinter sich zu lassen, aber wieso nicht jetzt: in der Schule haben wir genug gelernt und mit dem Abi stehen uns alle Türen offen, wir haben neue Möglichkeiten, können endlich selbst entscheiden und sind frei.
B Aber bist du sicher, dass wir genug gelernt haben und dass das reicht? Wenn man Neues wagt, dann sollte man doch schon ein bisschen Erfahrung haben und nicht einfach so drauflos. Und außerdem: schon wieder neue Herausforderungen brauch ich nicht, davon hatte ich in letzter Zeit wirklich genug.
A Manchmal braucht es aber Herausforderungen und Risikobereitschaft, um Neues zu erleben! Ich denke, es ist an der Zeit mal einen großen Schritt zu machen und nicht nur langsam vorwärts zu gehen. Das ist ja nicht nur so, wenn man ins Ausland geht, auch ein Studium, eine Ausbildung oder ein FSJ ist eine neue Herausforderung.
Da passt eigentlich das Bild vom „Segel setzen und raus aufs weite Meer“ ganz gut: vom Festland kann man auch nicht alles sehen, es ist ungewiss, was auf einen zukommt, und vielleicht ist man sich auch nicht ganz sicher, ob die Ausrüstung oder die Vorbereitung ausreicht. Aber diese Freiheit und Weite auf dem Meer – du wirst vom Wasser getragen und kannst endlich mal deine Fähigkeiten einsetzen und selbst steuern wohin es geht.
B Aber du sagst doch selbst, dass vieles schiefgehen kann und man nicht weiß, was auf einen zukommt. Ich habe nicht alles im Griff und ich kenne mich nicht aus. Außerdem fühle ich mich nicht so frei wie du und traue mich das auch gar nicht.
A Okay, aber mit dem Boot im Hafen bleiben ist nach all der Arbeit doch auch keine Option. Natürlich kostet es mich Überwindung, diesen Schritt ins Ungewisse zu gehen. Aber man ist doch niemals ganz auf sich allein gestellt. Hier vertraust du doch auf deine Freunde, deine Familie. Als Kind hast du darauf vertraut, dass deine Eltern das Richtige entscheiden, du hast vielleicht auch dem ein oder der anderen Lehrer*in vertraut, dass sie das richtig machen und du vertraust darauf, dass deine Freunde weiter für dich da sind. Beim Segeln kommst du auch immer wieder zu sicheren Häfen, die dir Halt und Schutz geben oder du siehst Leuchttürme, die dir zur Orientierung dienen.
B Stimmt, das kenne ich. Aber trotzdem bleibt es ein Sprung ins Ungewisse.
A Aber genau diesen Sprung braucht es, um herauszufi nden, wer wir sind und was in uns steckt. Mir gefällt ein Zitat von Alfred Delp, das das ganz gut beschreibt: „Man muss seine Segel in den unendlichen Wind stellen - dann erst werden wir spüren, welcher unendlichen Fahrt wir fähig sind.“
Das bedeutet ja, dass wenn wir unser Segel in den Wind setzen und uns trauen loszufahren, dann werden wir mehr und tiefer erfahren können, was „leben“ bedeutet. Wir werden ausprobieren was wir alles können, Erfahrungen sammeln, unseren Horizont erweitern. Ich glaube das ist eine Chance für uns herauszufi nden, was zu uns passt und was wir mit all dem Gelernten anfangen können, wie wir leben möchten und wofür.
B Da ist was Wahres dran. Aber neue Erfahrungen können ja auch eine Enttäuschung sein, wenn etwas ganz anders ist, als wir uns das immer vorgestellt haben.
A Aber der unendliche Wind kann dich von dort wieder wegtragen und noch viel weiter. Ich denke wir können darauf vertrauen, dass wir nicht allein sind. Nenn es Grundvertrauen oder Gottvertrauen. Für mich liegt das nah beieinander.
B Das mit dem Vertrauen gefällt mir. Die Zweifel werden zwar immer bleiben, aber es hilft mir, mich auf das Neue einzulassen und meine Segel in den Wind zu setzen.

Chorlied: My Lighthouse

Der Sturm auf dem See

Markus, 4, 35-41

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.
Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?

Lied: Von guten Mächten

Gedanken von Mareike Lesemann

Stürmische Zeiten sind das für euch gerade. Eigentlich wolltet ihr jetzt die Segel setzen und so richtig durchstarten. Nach zwölf Jahren Schule schließt sich für euch nun dieses Kapitel eures Lebens. Jetzt soll es in die Welt hinausgehen.

Aber so ein Sturm kann auch ganz schön viel durcheinanderbringen. Das habt ihr in den letzten Wochen sehr deutlich gespürt. Alles kam anders als geplant: verschobene ABi-Klausuren, kein Abiball, höchstens abgespeckte Zeugnisübergaben. Und wie es bei euch weitergehen kann und soll, ist für viele von euch auch noch unklar. Ob ihr eure Pläne umsetzen könnt? Viele Veränderungen kommen da auf euch zu und manches wird so ganz anders als ihr es euch erhofft habt. Stürmische, aufregende und aufgeregte Zeiten eben, die euch viel abverlangen.

In der Bibelgeschichte weiter vorne in diesem Gottesdienstflyer herrschen auch stürmische Zeiten - im wahrsten Sinne des Wortes. Jesus ist mit seinen Jüngern in einem Boot unterwegs als der Sturm aufzieht und losbricht. Die Jünger geraten in helle Aufregung als die Wellen immer höherschlagen und das Boot gar unterzugehen droht. Jesus dagegen liegt im hinteren Teil des Bootes und schläft. Die Jünger können es kaum glauben als sie das Sehen. Sie wecken Jesus und werfen ihm seine Ruhe vor.

Und Jesus bleibt weiterhin ruhig, steht auf, bedroht und beruhigt den Sturm - und die Jünger staunen. Jesus ist ihnen so etwas, wie ein Fels in der Brandung.

Wenn Zeiten so viele Veränderungen bringen und so stürmisch sind wie bei euch jetzt, dann ist es gut so einen Fels in der Brandung zu haben. Jemanden, der ruhig bleibt. Jemand, der euch durch diesen Sturm hilft. Jemand, der mit euch den Sturm ganz genau beobachtet, analysiert und beruhigt. Jemand, der einfach für euch da ist. So jemanden wünsche ich euch an eurer Seite!

Wenn ihr jetzt unter anderen Voraussetzungen als geplant eure Segel setzt, wird sicherlich noch so manch anderer Sturm auf euch zukommen - Leben bringt eben immer Veränderung. Aber in all den Stürmen könnt ihr euch Gottes Segen gewiss sein. Gott schenkt euch durch seinen Segen Stärke, Energie, Gemeinschaft, Erhaltung und Nähe - wann immer ihr eure Segel setzt und wann immer ihr in einen Sturm geratet.

Amen.

Chorlied: You raise me up

Fürbitten

In dieser schwierigen Zeit erleben wir neu, wie sehr wir Menschen einander brauchen. Du, allmächtiger und gütiger Gott, hast uns alle erschaffen und verbindest uns Menschen. Dir bringen wir unsere Bitten für alle Menschen auf dieser Welt:

Guter und barmherziger Gott, wir bitten Dich für die Abiturientinnen und Abiturienten: dass Du Sie auch weiterhin begleitest und ihnen Mut und Kraft für die Zukunft schenkst. Hilf ihnen dabei, den für sie richtigen Weg zu finden, die Segel zu setzen und sei ihr sicherer Hafen in schweren Zeiten.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Gnädiger Gott, wir bitten für unsere Freunde und unsere Familien, die uns während der Schulzeit begleitet haben: schenke ihnen etwas von der Kraft zurück, die sie uns in der Vergangenheit gespendet haben und stärke die Bindungen zwischen uns.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Allmächtiger Gott, wir bitten Dich für unsere Schulgemeinschaft, die Lehrenden und Lernenden: unterstütze sie, sodass alle eine erfahrungsreiche und lehrreiche Zeit in der Schule erleben können, die über den reinen Lehrplan hinausgeht.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Himmlischer Gott, wir bitten Dich für all diejenigen, die aufgrund ihrer Lebenssituation kaum oder gar keine Chancen auf Bildung und ein selbstbestimmtes Leben haben: Lass uns nicht vergessen, wie gut es uns geht und hilf uns dabei, uns für mehr Gerechtigkeit einzusetzen.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Gütiger Gott, wir bitten Dich für all die Menschen, die ihre Heimat auf der Flucht vor Hunger, Gewalt und Krieg verlassen mussten: Zeig Ihnen, dass Du unter uns bist, sodass sie die Hoffnung nicht verlieren und sich in ihrer neuen Heimat willkommen fühlen.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Großer Gott, wir bitten Dich für alle die Menschen, die aufgrund ihrer Religion, Herkunft oder Hautfarbe in unserer Gesellschaft benachteiligt und ausgegrenzt werden: Begleite sie, steh ihnen bei und stärke ihnen den Rücken, denn wir alle sind von Dir geschaffen.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Ewiger Gott, wir bitten Dich für alle, die in der aktuellen Zeit unter den Auswirkungen von Corona leiden, sei es, weil sie erkrankt sind, einen Angehörigen verloren haben, oder weil finanzielle Sorgen den Alltag belasten: Stehe ihnen in dieser Krise bei und gib ihnen Hoffnung.

Wir bitten Dich. Erhöre uns!

Denn du, Gott, liebst die Menschen. Du bist jedem von uns nahe. Du verlässt keinen Menschen und du willst, dass wir das Leben in Fülle haben. Dafür danken wir dir.

Amen.

Vater Unser

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

Segensgebet

Möge Gott dein Schiff lenken,

wenn du durch Stürme segeln musst.

Er möge die Wellen klein halten,

und dir das nahe Ufer zeigen.

Möge Gott dein Leuchtturm sein, und dein Anker,

dir Licht schenken in der Dunkelheit

und Orientierung bieten, sodass du deinen Weg erkennst.

So segne und behüte dich der allmächtige Gott,

er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,

er hebe sein Angesicht über dich

und schenke dir seinen Frieden.

Amen.

Möge die Straße uns zusammenführen

"Weil wir von Hilfe leben"

In Zeiten der Corona-Krise sind Treffen und Begegnungen in räumlicher Nähe nur sehr eingeschränkt möglich. Aber wir erleben, dass Menschen sich auf andere Weise füreinander einsetzen:

Die Corona-Krise führt bei vielen Einzelpersonen und Familien zu großen finanziellen Engpässen. Eine Initiative im Pastoralverbund Lippe/ Detmold besteht darin, jeden Tag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr auf dem Kirchvorplatz, Schubertplatz 10, in Detmold, verpackte Lebensmittel auszuhändigen. Diese Initiative kann durch Spenden unterstützt werden. Falls Sie helfen möchten, können Sie eine Spende überweisen auf das Konto:

Katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz Detmold

IBAN: DE84 4726 0121 0025 610204

Verwendungszweck: Spende für Lebensmittelausgabe

Bei Angabe Ihrer Adresse erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenquittung.

Für Ihre Spende bedanken wir uns sehr herzlich!

Dankeschön

Inhaltliche Vorbereitung und Gestaltung:

Vivien Bröker

Franka Janssen

Nele Menzler

Kim-Sophie Schultz

Marie Queste

Hanna Zimmer

Fynn Beugholt

Grafische Gestaltung:

Titelbild: Kaja Bonifacius

Medien (digital und print): Fynn Beugholt

Begleitung:

Beate Nowak

Pfarrerin Mareike Lesemann

Impressum